"Hilfe! Meine digitalen Urlaubsfotos sind weg!" - Teil 1 |
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| Dipl.-Met.
Birgit Bott, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Projektträger
im DLR / 07.08.2007
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Die Sicherung
Frisch aus dem Urlaub wiedergekehrt, will man die vielen Schnappschüsse und
Momentaufnahmen, die einen an die schönste Zeit des Jahres erinnern sollen,
nun gerne auch im Großformat ansehen. Im Zeitalter der Digitalkameras landen
zahllose Bilddaten der prall gefüllten Speicherkarten jedoch zunächst meist
ungeordnet auf dem heimischen Computer. Wie bringe ich Ordnung in das Daten-
Chaos? Können die mit der Kamera gelieferten Foto-Programme beim Bearbeiten
oder Archivieren meiner Bilder hilfreich sein? Kann ich tatsächlich davon
ausgehen, meine Fotos auch Jahre später noch vorzufinden und ggf. auch noch
ausbelichten zu können? Digitale Informationen sind nicht per se haltbar.
Wenn
allerdings ein paar grundlegende Aspekte beachtet werden, können auch noch
nachfolgende Generationen Spaß an unseren Digitalfotos haben.
Tipp 1: Bilderflut eindämmen
Legen Sie zunächst einen eigenen Ordner auf dem Desktop Ihrer Festplatte an
und speichern Sie Ihre Bilder darin, um sie sodann in einem der zumeist
vorinstallierten Bildbetrachtungsprogramme anzusehen.
Tipp 2: Die richtige Auswahl
Um nicht unnötig viele Bilder zu verwalten, sollten Sie die Auswahl Ihrer
Motive
nach strengen Kriterien vornehmen. Die Foto-Bearbeitung am eigenen Rechner
(z.B. einfache Retuschen oder das Entfernen von roten Augen) ist für viele
bereits selbstverständlich. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass durch
die
Bearbeitung Kopien entstehen, die wiederum zusätzliche Ressourcen
beanspruchen. Ohnehin werden in unseren "digitalen Zeiten" mehr
Bilder als
früher aufgehoben. Verfahren Sie also nach dem Prinzip des guten, alten
Fotoalbums, in das nur die besten Bilder eingeklebt wurden. Der Rest sollte
entweder gelöscht oder in einen entsprechend gekennzeichneten Ordner
befördert werden.
Tipp 3: Vorsicht vor JPEG und RAW
Die allermeisten Digitalkameras liefern als Ausgabeformat JPEG (oder JPG). Die
Abkürzung steht für "Joint Photographic Experts Group", das
Gremium, welches
dieses Format entwickelt hat. Ein JPEG ist allerdings nicht geeignet für die
dauerhafte Bewahrung Ihrer Motive, da es eine verlustbehaftete Komprimierung
vornimmt. Verbesserte Nachfolgeformate (JPEG-2000, PNG) stehen zwar schon
bereit, konnten sich jedoch noch nicht in der Breite durchsetzen. Bei der
Verwendung von JPEG in unterschiedlichen Bearbeitungsschritten ist überdies
das Risiko groß, mit jedem Speichervorgang einen weiteren Qualitätsverlust
in
Kauf zu nehmen.
Einige Kameras spielen die Bilddaten auch im RAW-Format aus. RAW ist ein
Rohdatenformat (raw = roh, engl.), bei dem die Kamera die Daten nach der
Digitalisierung weitgehend ohne Bearbeitung auf das Speichermedium schreibt.
Ein Nachteil dieses Formats ist, dass es hersteller- bzw. modellabhängig ist
und
somit in vielen verschiedenen Varianten vorliegt. Die Wahrscheinlichkeit ist
hoch, in Zukunft kein Programm mehr zu finden, das Ihre RAW-Version lesen oder
in ein anderes Format konvertieren kann.
Tipp Nr. 4: Das richtige Format
Verwenden Sie zur dauerhaften Archivierung Ihrer Fotos am besten das
TIFFFormat.
TIFF (oder TIF) steht für "Tagged Image File Format" und ist das
Standard-Format für Bilder mit hoher Qualität. Es ist sehr komplex und
fordert
daher viel Rechnerspeicher, weshalb es auch nur für die wichtigsten Motive
benutzt werden sollte. Auf der anderen Seite liefert es verlustfreie Daten und
bietet so eine optimale Grundlage für die spätere Bearbeitung, den Ausdruck
oder
die Ausbelichtung. Gute Bildbetrachtungs- und Bearbeitungsprogramme
ermöglichen das Konvertieren in andere Formate.
Im zweiten Teil erfahren Sie, wie und wo Sie die von Natur aus flüchtige
Materie
"Digitalfotos" so archivieren können, dass sie Ihnen auf noch in
vielen Jahren zur Verfügung stehen.
Das Kompetenznetzwerk nestor
Als Kompetenznetzwerk für Fragen der Langzeitarchivierung digitaler
Ressourcen
bündelt nestor die in Deutschland identifizierbaren Kompetenzen auf dem
Gebiet
und sucht den Kontakt zu entsprechenden Initiativen und Fachgruppen. Zu den
Aufgaben von nestor zählen der Aufbau der nestor-Community aus dem Bereich
der Bibliotheken, Archive und Museen. Langzeitarchivierungs-Experten in
Deutschland bearbeiten über die Dialogplattform www.langzeitarchivierung.de
zahlreiche Projekte rund um Bereiche wie e-Learning, e-Publishing,
Digitalisierung, Open Access und nachhaltige Verfügbarkeit, insb. von
Unterlagen für die Wissenschaft und Forschung. Eine weitere, wichtige Aufgabe
ist es, die dauerhafte Organisationsform von nestor sicherzustellen, um den
Primärzielen, die mit der digitalen Langzeitarchivierung für unsere
Gesellschaft verbunden sind, näherzukommen.
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