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Elektronik
und Energie auf der Hannover Messe 2010 Musizieren
ohne Instrument, Auch wenn die Funktechnik auf
der Hannover Messe weitgehend auf Anwendungen in der Industrie beschränkt
ist, findet der an Funk und Elektronik Interessierte rund um den
Hermesturm doch eine Menge interessanter Produkte, Anwendungen und
Forschungsvorhaben. FE-Redakteur Dieter Hurcks hat für Sie einen
Messerundgang unternommen.
Einen
Blick in die Zukunft bietet alljährlich die Hannover Messe. Dort geben
die deutschen Forschungsinstitute Einblicke in ihre Projekte. Beispiel:
der „Music Glove“ der Universität des Saarlandes. Dieser musikalische
Handschuh, gedacht als Ergänzung bestehender Angebote an Computer- und
Videospielen, detektiert die Hand- und Fingerbewegungen, welche wiederum
durch einen Computer ausgewertet und in Töne umgesetzt werden. So können
die erfassten Signale etwa zum Klavierspielen genutzt werden. Dreht die
junge Dame die Hand um, wird aus dem Klavier ein anderes virtuelles
Instrument: eine Gitarre. Als Software kommt LabView 8.6 zum Einsatz. Grundlage
ist die Widerstandsänderung in ferromagnetischen Leitern bei Anlegen
eines Magnetfeldes: der anisotrope magneto-restistive Effekt (AMR).
Sensoren erkennen Bewegung und Beschleunigung. Info:
www.imm.uni-saarland.de Energie
aus Wärme Fossile
Energie wird knapper und teurer. Deshalb lohnt es sich zunehmend, auf
erneuerbare Energien wie Wind, Wasser oder Sonne zu setzen. Es gibt
daneben aber auch noch andere Möglichkeiten der Energieerzeugung, wie
findige Forscher und Tüftler heraus gefunden haben. Doch nicht immer
gelingt es, innovative Anwendungen und Verfahren auch gleich marktreif zu
machen. Ein
Bespiel ist die Nutzung der Körperwärme eines Warmblüters wie dem
Menschen. Im „NanoTRUCK“ des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung war es möglich, durch Handauflegen Energie zu erzeugen (siehe
Foto). Die Nantechnologie verhilft der Energietechnik dazu, Wärme in
Strom umzuwandeln. Fachbegriff: „Thermoelektrik“. Es wäre also
durchaus vorstellbar, dass etwa ein Fahrradfahrer durch seine warmen Hände
am Griff den Akku seines GPS-Geräts, des MP3-Players oder des Handys auflädt.
Wie
die Website www.fachwerk.de
berichtet, sind bereits Anwendungen auf dem Markt wie thermoelektrische
Uhren, die Körperwärme als Energiequelle nutzen. Das Praktische:
Elektronik, die Energie aus Körper- oder Raumluftwärme holt, macht unabhängig
von Netzanschlüssen, Batterien oder Akkus. Das Marktpotenzial für
Thermoelektrika ist daher, natürlich auch beim Hausbau, enorm. Infos:
www.nanotruck.de Energie
aus Bewegung
Der
Münchner Parketthersteller Manfred Krause verwendet dafür eine
preiswerte Piezofolie (PVDF). Diese hat zwar nur einen Zehntel des
Wirkungsgrads der bekannten Piezokristalle aus den Feuerzeugen, kostet
aber nur ein Tausendstel davon. Sein spezielles „Parklett“ wird nicht
geklebt, sondern mit Klettmatten und Klettbändern befestigt. In den
Zwischenräumen liegen die Piezomatten, auf die durch das Gehen auf dem
Parkett Druck ausgeübt wird. Folge: Es fließt Strom, der nun in kleinen
Akkus gespeichert werden kann. Der
erzeugte Strom könnte z.B. für die Versorgung von Rauchmeldern, Türöffnern
oder für eine Notbeleuchtung zum Einsatz kommen. Der ausführende
Ingenieur Steffen Roßkirch: „Wir hoffen auf weitere
Forschungsgelder.“ Damit soll die Energieausbeute von derzeit 1 mWsec
auf 1 Wsec pro Schritt verbessert werden. Auch durch Befahren spezieller
Untergründe könne Energie erzeugt werden, sagt Roßkirch. Die
Entwicklung wurde von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert
und gemeinsam mit Wissenschaftlern des Fachgebiets Mikrostrukturierte
Mechatronische Systeme der TU München erforscht und erarbeitet. Mehr:
www.piezoparkett.com
Innovative
Batterien Neu
ist die Vanadium-Redox-Flow-Batterie (VRFB), die durch hohen Wirkungsgrad,
lange Lebensdauer und einer flexiblen Skalierbarkeit von Leistung und
Kapazität eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Energiespeichern
darstellen. Aufgrund der hohen Zyklenstabilität sind solche Batterien vor
allem bei netzfernen Insellösungen optimal einsetzbar. Derzeit werden sie
im Freiburger Solarhaus getestet. Pfiffige
Thüringer
Die
Idee dazu kam ihm auf einem Golfplatz in Dubai, wo neben den Lampenmasten
hässliche, halb verrottete Schaltschränke standen. So ließ er von einem
6 km von Greußen entfernt tätigen Kunststoffbauer ein passendes Gehäuse
aus Kunststoff anfertigen, das einem Sandstein-Findling ähnelt. „Den
kann man sogar abkärchern, wenn er Moos ansetzt“, betont der
Firmenchef. Auch andere Oberflächenstrukturen und Größen seien möglich. Die
Idee scheint anzukommen. Vonnoe: „Den Prototypen haben wir schon nach Fürstenfeldbruck
verkauft.“ Weitere Anfragen, so Maik Biermann aus dem Verkauf, seien
bereits eingegangen. Wenn auf Verkehrsinseln oder in Grünanlagen plötzlich
Schaltschränke durch Findlinge ersetzt werden, dann kommen diese
wahrscheinlich aus Thüringen. Info:
www.gsab.de |
Prof. Ernst Ulrich von Weizsächer
diskutierte über
Mit diesem Handschuh kann man
musizieren - ganz
Thermoelektrik: Durch Handauflegen
wird in
Das Parkett wird nicht geklebt,
sondern mit Velour-
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